Gut gelöst

Neue Häuser werden gebaut, öffentliche Gebäude saniert – und alle über eine Nahwärmezentrale versorgt. Gemeindewerke, Gemeinde und GWG lösen es gemeinsam.

„Manchmal ist es von Vorteil, wenn die lokalen Partner sich kennen und gut vernetzt sind. Davon profitieren demnächst 75 Wohneinheiten, das Rathaus, das Feuerwehrhaus, der Jugendtreff Dingens und ein Neubau an der Bahnstraße“, erklärt Erik Ix, Geschäftsführer der Gemeindewerke Grefrath. Die Partner: Gemeinde Grefrath, Gemeindewerke Grefrath und die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen AG, kurz GWG. Das Projekt: Mehrere Häuser benötigen eine Sanierung der Wärmeversorgung. Zugleich steigt im Quartier durch einen Neubau der Wärmebedarf. Die Gemeinde sah bei Rathaus, Feuerwehrhaus und Jugendtreff ebenfalls Modernisierungsbedarf in Sachen Heizungen. Die Gemeindewerke Grefrath planten für dieses Jahr ohnehin, die Wärmeleitungen zu erneuern. Die Lösung: Eine dezentrale Versorgung in Form einer Heizzentrale – bestehend aus effizienten Blockheizkraftwerken, modernen Erdgasbrennwertanlagen und großen Pufferspeichern. Gemeinsam haben die Partner dies erarbeitet und starten nun mit der Umsetzung. „So halten wir die Beeinträchtigungen für die Anwohner möglichst kurz und gering, weil mehrere Sanierungen gleichzeitig erfolgen“, freut sich Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz. Die Gemeinde Grefrath und die GWG setzen mit diesem Nahwärmekonzept auf mehr Klimaschutz. Gleichzeitig werden die Kriterien der Energieeeinsparverordnung erfüllt, Energie effizienter einzusetzen und erneuerbare Energien zu integrieren.

Innovative Lösung

Die Häuser an der Bahnstraße 64, 64a, in der Straße Heudonk 24, 26, 27, 29, 44, 46, 48, am Rathausplatz sowie der geplante Neubau profitieren von der gemeinsamen Lösung. „Wir gehen davon aus, dass jeder Mieter die Sanierung auf seiner Jahresverbrauchsabrechnung spüren wird. Die effiziente neue Anlage benötigt weniger Energie, was sich positiv auf die Kosten für die Mieter auswirkt“, erklärt Falk Figgemeier, technischer Leiter bei der GWG und für das Projekt zuständig. Die innovative Lösung mit Blockheizkraftwerken und Erdgas-Brennwertkesseln stellt die Wärmeversorgung des Quartiers auf eine neue Basis, senkt die CO2-Emissionen um mindestens 80 Tonnen pro Jahr und bietet für die Mieter nachhaltige Kostenstabilität. Zum einen ist der Grundpreis inklusive Wartung und Reparaturen für 15 Jahre festgelegt und zum anderen ist der Wärmepreis seit Jahren stabil. 750 Meter moderne Wärmeleitungen, die besonders gedämmt und stark isoliert sind, verlegen die Gemeindewerke Grefrath für die neue Heizzentrale an der Bahnstraße. „So sichern wir die Versorgung der 75 Wohneinheiten für die Zukunft“, sagt Gemeindewerke-Geschäftsführer Erik Ix. Die Bewohner der Reihen­haussiedlung an der Straße Heudonk bekommen ebenfalls die Möglichkeit, sich an das Nahwärmenetz anschließen zu lassen.

Der Zeitplan

„Im Mai starteten die ersten Tiefbaumaßnahmen“, sagt Netzmeister Heinz-Jakob Nellessen von den Gemeindewerken. Er begleitet den gesamten Bau, der von lokalen Partnern unterstützt wird. Den Start macht die Rohrnetzverlegung, danach folgt der Bau der Heizzentrale. Bis zum Herbst soll alles fertig sein, und der Neubau mit 18 Wohneinheiten noch in diesem Jahr angeschlossen werden. Sobald die Absprachen zwischen GWG und den Mietern erfolgt sind, binden die Gemeindewerke auch sie nach und nach an die neue Heizzentrale an.

Die Wärmeversorgung in der Grundlast sichern zwei Blockheizkraftwerke, in der Spitzenlast zusätzlich zwei Erdgas-Brennwertkessel. Das Wohngebiet wird mittels einer neuen 750 Meter langen Nahwärmeleitung angeschlossen. Die Gebäude erhalten Kompaktübergabestationen. Die moderne Regelungstechnik reduziert Leistungsspitzen und die Heizkraftwerke sind für einen möglichst gleichbleibenden Betrieb modular aufgebaut. Mit ihrem besonders hohen Wirkungsgrad von deutlich über 80 Prozent sind sie hocheffizient.