EU will CO2-Grenzwerte für Lastwagen

Die Abgase von LKW haben einen großen Anteil an der Luftverschmutzung. Jetzt will Brüssel Effizienz-Standards für Lastwagen einführen.

Der Straßengüterverkehr verursacht rund ein Viertel der CO2-Emissionen des gesamten Verkehrssektors. Trotzdem gibt es für Lastwagen auf Europas Straßen bislang keine Obergrenze für den Ausstoß von Kohlendioxid. Das will EU-Kommission jetzt ändern. Sie berät über einen Aktionsplan, der vorsieht, dass für LKW verbindliche Effizienzstandards beschlossen werden. CO2-Obergrenzen für LKW sind in den USA, Japan, Kanada und sogar in China schon seit längerem üblich. In Europa gibt es sie nur für leichte Lieferwagen und PKW.

Nachholbedarf

In den vergangenen Jahrzehnten haben die Hersteller schwerer LKW die Effizienz deren Motoren kaum verbessert. Weil sie Einführung von umweltschonenderen Technologien verschleppt haben, verhängte die EU-Wettbewerbskommission jetzt sogar Bußgelder gegen die führenden LKW-Anbieter. In den nächsten Jahren soll der Druck auf die Hersteller, effizientere Motoren anzubieten, schrittweise weiter erhöht werden.

Erst messen, dann begrenzen

Der Nachrichtenagentur Reuters liegt der Entwurf dieses Klimaschutzpakets vor. Demnach schlägt die EU vor, den Kohlendioxid-Ausstoß und den Spritverbrauch von Lkw zunächst mit einem neuen Testverfahren systematisch zu erfassen, da über die Emissionen der LKW bislang zu wenig bekannt ist. Auf der Datenbasis will Brüssel dann die Grenzwerte festlegen. Zudem sollen EU-Mitgliedsstaaten emissionsabhängige Mautgebühren für LKW einführen. Lastwagen, die viel CO2 ausstoßen, müssten dann wesentlich mehr für die Benutzung der Fernstraßen und Autobahnen bezahlen.